Montag, 30. Dezember 2013

Der unvermeidliche Blick zurück nach vorn

© Andre Klopper | Dreamstime Stock Photos

Der Blick zurück nach vorn muss an dieser Stelle eigentlich bis 2012 gehen, denn ohne dieses Jahr ist 2013 nicht zu verstehen. Oder zu bewerten.

Ich kann es kurz machen - 2012 war ein Seuchenjahr und ich brauche so schnell nicht wieder eins von dieser Sorte. Murphy war Dauergast, meine Depression fraß sich an der Dunkelheit die sich allumfassend auf mein Gemüt gelegt hatte dick und rund und glücklich und das Leben war weder Ponyhof noch Polly-Pocket-Insel sondern einfach nur Mist.

Das Jahr 2013 ist nur vor diesem Hintergrund zu sehen. Wenn wir im Bild bleiben wollen, kommt nach der Katastrophe für gewöhnlich die Bestandsaufnahme und dann die Aufräumarbeiten. Ungefähr so ist das vergangene Jahr zu werten. Viel ist kaputt gegangen, der Baustellen gab es viele und manchmal wusste ich vor lauter Scherben nicht so genau, wo ich meinen Fuß denn überhaupt noch hinsetzen kann um nach vorne zu kommen.

Aber es ging. Es geht immer, wenn es muss. Oder besser, wenn es soll. Es kam ein Job, ein Therapieplatz. Es folgten zaghafte Ideen und schließlich, im Sommer, der Entschluss: ja. Zurück auf die Uni. Nicht nochmal zurück auf Anfang, sondern anders. Der zuerst gewählte Weg war ein guter, aber am Ende nicht der Richtige, und ihm bis zum Ziel zu folgen wäre dumm, ja vermessen gewesen, denn es hätte bedeutet mich auf etwas festzulegen, dass mich nicht glücklich macht. So sehr ich mein akademisches Dasein geliebt habe, und so sehr ich es wieder genieße. Der Elfenbeinturm wird nicht mein zu Hause.

Auch die internen Aufräumarbeiten schreiten voran. Es hat viele Jahre gedauert, ich bin von "Therapie? Ich? Niemals. Alles Quacksalber" zu "Eines Tages sollte ich vielleicht..." und über "Wenn ich die Kraft habe oder es einfach an der Zeit ist, werde ich..." schließlich zu "Ich kenne die Wege, aber ich habe keine Mittel, also brauche ich Hilfe." gelangt bin. Jetzt habe ich Frau Doktor W. an meiner Seite, die mir schon gute Hilfestellung geleistet hat. Eigentlich die beste, die ich mir hätte wünschen können.

Viel ist also auf den Weg gebracht worden in diesem Jahr 2013.

Anderes ist auf der Strecke geblieben, vor allem Freunde, Kontakt halten, Dinge tun, hinaus gehen und am Leben teilhaben. Allen, die trotzdem noch da sind, bin ich dankbarer als ich es sagen kann. Ich kann nur versuchen, es zu zeigen.

2014, das ist für mich der Blick nach vorn. Das Jahr, indem der Aufbau weitergeht. Die gröbste Unordnung ist beseitigt, jetzt kann es kreativer werden, individueller und hoffentlich, endlich, an vielen Stellen wieder schön.

Das große Listen schreiben habe ich lange verworfen. Letztendlich bleiben die meisten Dinge die man sich vorgenommen hat doch unerledigt und am Ende des Jahres schaut man missbilligend darauf was man eigentlich alles hätte erreichen können, sollen, müssen.

Das Großkampfziel - ein Buch zu schreiben - ist gesetzt. Es gibt viele kleine und größere, wichtige und weniger wichtige Dinge die zusätzlich auf meiner Agenda für das neue Jahr stehen. Allem voran aber, und das kann auf keiner Liste vorher geplant werden, soll es sich füllen mit Erlebnissen und Erinnerungen.

Eine Liste gibt es dennoch. Gefüllt mit Ideen. Mit Anregungen für mich selbst, mit Erinnerungen daran, was ich schon immer mal probieren oder lernen wollte, mit Dingen die ich mit Freunden oder allein unternehmen möchte. In dreihundertvierundsechzig Tagen möchte ich sagen können: Ich habe ein Buch geschrieben und ich hatte nebenbei auch noch das bestmögliche Jahr 2014 das ich hätte haben können.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen